
16.12.25 –
Das Thema Mobilität und Sicherheit ist Kernthema Grüner Politik. Beim Thema Sicherheit spielt auch die angepasste maximale Geschwindigkeit eine zentrale Rolle. Um das nochmal in Erinnerung zu rufen: Der Anhalteweg (von der Erkennung der Gefahr bis zum vollständigen Stopp) eines Autos bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h beträgt rund 40 Meter. Bei Tempo 30 reduziert sich der Anhalteweg auf 18 Meter. Eine signifikante Größe. Auch die Lärmbelastung sinkt signifikant: Bei einer Reduzierung von 50 km/h auf 30 km/h beträgt die Reduzierung der Lärmemission ca. 3 dB(A), was akustisch in etwa einer Halbierung der Verkehrsmenge entspricht.
Die Grünen haben im Rat der Stadt Oelde vier konkrete Verkehrsanträge eingebracht, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und die Lebensqualität in Wohnquartieren spürbar zu verbessern. Beantragt werden Tempo 30 auf dem Nordring, in der Theodor-Naarmann-Straße, sowie im Bereich Wallstraße / Grüner Weg. Zusätzlich sollen in der Geiststraße verkehrsberuhigende Maßnahmen umgesetzt werden. Alle Anträge wurden am Montag vom Rat zur Beratung in den Umweltausschuss verwiesen.
Mit der Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) hat der Gesetzgeber den Kommunen deutlich mehr Handlungsspielraum eingeräumt. Tempo-30-Anordnungen sind nun ausdrücklich auch aus Gründen der Verkehrssicherheit, des Lärmschutzes, des Klimaschutzes sowie zur Stärkung des Fuß- und Radverkehrs möglich. „Zu hohe Geschwindigkeiten gefährden Menschen – jeden Tag. Wer Verkehrspolitik ernst nimmt, muss dort handeln, wo Menschen wohnen, Kinder zur Schule fahren und Straßen mehr sind als bloße Durchfahrtsrouten“, erklären die Grünen.
Der Nordring ist stark frequentiert und wird von unterschiedlichen Verkehrsteilnehmenden genutzt. Als wichtige Alltagsverbindung birgt er besondere Risiken. Tempo 30 kann hier Konflikte reduzieren, die Sicherheit für Radfahrende und Fußgänger erhöhen und gleichzeitig die Lärmbelastung für zahlreiche Anwohnende senken.
Die Theodor-Naarmann-Straße ist durch Wohnbebauung und Querungsbedarfe im Schulverkehr geprägt. Die Straße ist zentraler Schul- und Kitaweg zur Overbergschule und dem benachbarten St.-Marien-Kindergarten. Überhöhte Geschwindigkeiten stehen im Widerspruch zu einem sicheren Schul- und Wohnumfeld. Tempo 30 verbessert die Übersichtlichkeit, verkürzt Bremswege und schützt besonders Kinder und andere Verkehrsteilnehmer.
Im Bereich Wallstraße und Grüner Weg treffen Wohnnutzung, Alltagsverkehr und sensible Verkehrssituationen aufeinander. Insbesondere die 90-Grad-Kurve auf Höhe des Bürgerhauses und dort ansässige Arztpraxen machen den Bereich unübersichtlich. Die neuen rechtlichen Möglichkeiten der StVO erlauben hier eine klare Priorisierung der Sicherheit und Aufenthaltsqualität. Tempo 30 ist aus Sicht der Grünen längst überfällig.
Die Geiststraße leidet als Geschäftsstraße besonders unter Durchgangsverkehr und zu hohen Geschwindigkeiten. Verkehrsberuhigende Maßnahmen in Form von Fußgängerüberwegen und Bodenschwellen sollen den Charakter als Geschäfts- und Wohnstraße stärken sowie den öffentlichen Raum wieder mehr mit Lebensqualität füllen.
Die Grünen sehen in den vier Anträgen einen konsequenten Schritt hin zu einer modernen Verkehrspolitik, die Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität in den Mittelpunkt stellt. „Tempo 30 und Verkehrsberuhigung sind keine Symbolpolitik, sondern heute rechtlich möglich, fachlich sinnvoll und notwendig.“
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