BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Oelde

Pressemitteilung, Zukunft des Marienhospitals: Jetzt braucht Oelde Klarheit und Verlässlichkeit

14.08.26 –

Die Aussagen des Geschäftsführers der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen (KHO), Matthias Bitter, zur Zukunft des Marienhospitals erfüllen uns mit großer Sorge. Auch wenn eine endgültige Entscheidung offenbar noch nicht getroffen wurde, lässt das Interview erkennen, dass erstmals auch die Schließung des stationären Krankenhausbetriebs in Oelde als realistisches Szenario betrachtet wird.

Unser erster Gedanke gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Marienhospitals. Sie leisten seit Jahren unter schwierigen Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit und haben bereits zahlreiche Veränderungen mitgetragen. Die derzeitige Unsicherheit bedeutet für viele von ihnen eine erhebliche persönliche Belastung. Sie verdienen Respekt, Wertschätzung und vor allem frühzeitig Klarheit über ihre berufliche Zukunft.

Ebenso nachvollziehbar sind die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger. Das Marienhospital ist weit mehr als ein Gebäude oder ein Wirtschaftsbetrieb. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der Daseinsvorsorge und vermittelt vielen Menschen das Gefühl, im Notfall wohnortnah medizinisch versorgt zu werden. Gerade vor dem Hintergrund der ohnehin angespannten hausärztlichen Versorgung würde ein Wegfall des stationären Angebots die Verunsicherung weiter verstärken.

Nach allem, was bislang bekannt ist, handelt es sich nicht um das Versagen eines einzelnen Akteurs. Die aktuelle Situation ist nach unserer Einschätzung das Ergebnis verschiedener Entwicklungen. Veränderte demografische Rahmenbedingungen, die seit Jahren angespannte wirtschaftliche Situation vieler Krankenhäuser, die Krankenhausplanung des Landes sowie die jüngsten bundespolitischen Entscheidungen zur Krankenhausfinanzierung haben den Druck auf kleinere Krankenhausstandorte erheblich erhöht.

Eine abschließende Bewertung der Lage und Aussage zur Zukunft des Marienhospitals scheint gemäß KHO zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Umso wichtiger ist ein sachlicher und verantwortungsvoller Umgang mit der Situation.

Wir sollten uns zugleich bewusst machen, dass die Möglichkeiten einer Kommune, unmittelbar Einfluss auf die Krankenhausplanung oder die Finanzierung des Gesundheitswesens zu nehmen, begrenzt sind. Das gilt ebenso für die hausärztliche Versorgung. Umso wichtiger ist es, dass alle Beteiligten ihre jeweiligen Handlungsspielräume verantwortungsvoll nutzen.

Wir nehmen die Aussage des KHO-Geschäftsführers ernst, dass die KHO Oelde auch künftig ein Gesundheitsangebot machen will. Welche konkreten Perspektiven sich dahinter verbergen, muss nun zeitnah und transparent aufgezeigt werden. Vor allem die Bürgerinnen und Bürger und die Beschäftigten haben Anspruch auf größtmögliche Offenheit über die geprüften Szenarien, ihre Auswirkungen und die weiteren Entscheidungsprozesse.

Gerade in einer Situation von solcher Tragweite dürfen Entscheidungen nicht hinter verschlossenen Türen vorbereitet werden. Nur ein offener Austausch und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen KHO, Politik, Verwaltung und weiteren Beteiligten bieten überhaupt die Chance, tragfähige Lösungen für den Gesundheitsstandort Oelde zu entwickeln. Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt unser gemeinsames Ziel klar: Alles daranzusetzen, die medizinische Versorgung der Menschen in Oelde dauerhaft bestmöglich zu sichern – unabhängig davon, in welcher Organisationsform dies künftig gelingen kann.

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