
21.06.26 –
Im April 2001 wurde die Landesgartenschau (LGS) in Oelde eröffnet. Dieses Ereignis wurde Anfang Juni mit einem großen Gartenfestival, vielen Ehrengästen und den damaligen Verantwortlichen gebührend gefeiert. Unter anderem mit der damaligen Grünen NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn. Deren Ministerium war nicht nur Geldgeber, sondern auch Initiator des seinerzeit projektbezogen vorgegebenen Nachhaltigkeitsgedankens. Die Oelder Grünen haben die Entwicklung und Weiterentwicklung zum heutigen Vier-Jahreszeitenpark von Anfang an eng begleitet und unterstützt. Die Landesgartenschau in Oelde hat sich im Nachgang betrachtet als die erfolgreichste Veranstaltung dieser Art in Nordrhein-Westfalen etabliert. Mit über 2,2 Millionen Besuchern zieht sie auch heute noch Jahr für Jahr Menschen aus nah und fern an und schafft damit nicht nur einen Ort der Erholung, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel für nachhaltig gestaltete Stadtentwicklung.
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein zentrales Element der Landesgartenschau war die Förderung nachhaltiger Strukturen. Die Prinzipien zur nachhaltigen Entwicklung des heutigen Vier-Jahreszeiten-Parks sind auch 25 Jahre nach der Eröffnung noch überall spürbar und erlebbar. Oelde setzte mit dieser Initiative Maßstäbe, die auch heute viele Kommunen vor Herausforderungen stellen.
Zusätzlich begleitete die 1992 bei der UN-Umweltkonferenz in Rio geborene Idee der „Agenda 21“ die LGS. Die Prinzipien der Nachhaltigkeit wurden dort erstmalig diskutiert und festgeschrieben. Die konkreten Ideen zur Nachhaltigkeit wurden lokal umgesetzt durch die „Lokale Agenda 21" und vereinte zahlreiche Oelder Bürgerinnen und Bürger in unterschiedlichen Arbeitsgruppen. Unter dem klaren Fokus auf Natur- und Klimaschutz fand ein wegweisendes, in Oelde bislang einzigartiges Unterfangen statt. Der Schwerpunkt lag auf der Umnutzung vorhandener Strukturen anstelle des Neubaudenkens.
Der ökologische Kern: Renaturierung und grünes Band
Durch die Integration des alten Stadtparks aus den 1920er Jahren, der Schrebergärten, Friedhöfe und städtischen Grünflächen entstand ein durchgängiger Grüngürtel, der das Stadtgebiet von Oelde durchzieht. Der Axtbach wurde im Rahmen des LGS-Prozesses renaturiert und der Mühlensee als ökologisches sowie gestalterisches Zentrum der Axtbachaue neu angelegt. Diese Maßnahmen führten zur Schaffung einer „Aue“ als Naturraum und Wasserspeicher, die heute als Hochwasserschutz von zentraler Bedeutung ist.
Das gesamte Areal trägt maßgeblich zum Stadtklima Oeldes bei und festigt den Ruf der Stadt als „Stadt im Grünen“. Oelde hat hier ein frühes Beispiel für eine klimaresiliente Stadt geschaffen, das beispielhaft zeigt, wie Flächensparen und nachhaltige Transformation möglich sind.
Fokus auf Kinder und Familien
Ein weiteres zentrales Leitmotiv der LGS war die Ansprache und Einbindung von Kindern. Seit 2001 unter dem Motto „Blütenzauber und Kinderträume“ wurde ein sehr erfolgreiches Konzept entwickelt, das das innovative Kindermuseum „Klipp Klapp“ beinhaltet. Dieses dient als Bildungs- und außerschulischer Lernort und zieht jährlich viele tausend Besucher an. Die Motive des Künstlers Otmar Alt sind vielen auch heute noch präsent.
Zusätzlich bietet der Park eine Vielzahl an Erlebnisräumen, wie zum Beispiel Waldspielplatz, Matschspielplatz, Niedrigseilgarten, Floßfähre und eine Erlebnisfarm – alles Faktoren, die die Attraktivität für Familien erheblich steigern.
Ganzjahrespark: Ein wichtiger Standortfaktor für Oelde
Der heutige Vier-Jahreszeitenpark (VJP) mit einem integrierten Freibad hat sich als echter Standortfaktor für die Stadt Oelde erwiesen. Die Oelder Industrie profitiert bei der Suche nach Fachkräften von den attraktiven Bedingungen, die der VJP bietet. Ein innovatives Parkkartenkonzept sorgt dafür, dass die Nutzung des Freibades integriert ist, was insbesondere für Familien von großem Vorteil ist. Ein abwechslungsreiches Veranstaltungsangebot, Konzerte auf der Waldbühne, der Weltkindertag und eine Eisbahn im Winter, schafft zusätzliche Akzeptanz und Begeisterung für den Park über den gesamten Jahresverlauf.
Zukunft weiter entwickeln
Der Erfolg des Parks lebt vom Engagement der Oelder Bürgerinnen und Bürger und ist ein wichtiger Bestandteil des Gemeinwesens. Der über Jahrzehnte gelebte Einsatz des Fördervereins sowie vieler anderer Vereine und Institutionen stellt sicher, dass die Nachhaltigkeit des Parks auch nach 25 Jahren sichtbar und erlebbar bleibt.
Inzwischen ist eine ganze Generation mit dem VJP aufgewachsen. Die Entscheidung für den Park vor 25 Jahren kann mit Fug und Recht, als Oelder Jahrhundertprojekt bezeichnet werden. Die Oelder Grünen werden auch weiterhin an der Weiterentwicklung des Parks mitarbeiten, damit die grüne Lunge der Stadt in Zeiten des Klimawandels ihre volle Wirksamkeit zum Wohle der hier lebenden Menschen entfalten kann.
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