
08.11.26 –
Die Energiewende in Oelde schreitet voran. Der Ausbau gerade von Windkraftanlagen ist für alle Oelder und Oelderinnen aktuell an mehreren Standorten sichtbar. Aus Sicht der Oelder Grünen eine sehr positive Entwicklung, da die neuen Windenergieanlagen einen wichtigen Beitrag zur Energietransformation und zur regionalen Versorgung mit erneuerbarem Strom in unserer Region beitragen. Sofern sie ans Netz gehen. Aktuell bereiten den Betreibern speziell der insgesamt fünf in Bau befindlichen Windenergieanlagen im Bergeler und am Böckenförde Weg ungeahnte Probleme durch die starke Verzögerung im Bereich Transportgenehmigungen (Bericht aus die Glocke vom 31.10.2026). Die deutsche Bürokratie zeigt hier ihre ausgesprochen große Leistungsfähigkeit! Im negativen Sinne. Die Energiewende braucht allerdings verlässliche und zügige Genehmigungsverfahren.
Für Bündnis90/Die Grünen gehört zu einer erfolgreichen Energiewende jedoch mehr als die Errichtung neuer Anlagen. Entscheidend ist auch, die Menschen vor Ort mitzunehmen und ihnen die Möglichkeit zu geben, unmittelbar an der Wertschöpfung teilzuhaben. Seit dem 28.12.2023 gilt in NRW das Bürgerenenergiegesetz (BürgEnG), welches Gemeinden sowie Anwohnerinnen und Anwohnern eine Möglichkeit bietet, sich finanziell an der Wertschöpfung zu beteiligen. Dieser Aspekt sichert nachweislich die Akzeptanz für die Windenergie und deren notwendigen Ausbau. Wir finden es äußerst bedauernswert, dass der Aspekt der Bürgerbeteiligung bei den fünf oben genannten Anlagen nicht berücksichtigt wurde. Gerade in Oelde wäre die Bürgerbeteiligung ziemlich einfach und ohne großen Aufwand zu realisieren, da wir bereits eine gut funktionierende Bürgerenergiegenossenschaft vor Ort haben. Die BEGO ist aus unserer Sicht ein unverzichtbares Element für eine funktionierende Energiewende vor Ort. Denn gerade bei größeren Windenergieprojekten, die das Landschaftsbild über Jahrzehnte prägen, trägt eine finanzielle Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wesentlich zur Akzeptanz bei. Wer nicht nur die Veränderungen in seinem unmittelbaren Lebensumfeld erlebt, sondern auch wirtschaftlich von der Energiewende profitieren kann, entwickelt im Regelfall eine andere Perspektive auf solche Vorhaben. Hier ist eine große Chance vertan worden, zumal den Betreibern die Gesetzgebung vom 28.12.23 sicherlich bekannt war. Eine frühzeitige Einbindung der örtlichen Bevölkerung und die Möglichkeit einer finanziellen Bürgerbeteiligung hätten aus unserer Sicht auch bei diesen Windparkprojekten die Akzeptanz in der Oelder Bevölkerung deutlich stärken können. So sehr wir selbstverständlich das Engagement privater Investoren begrüßen, die ein großes finanzielles Risiko eingehen.
Unser Appell an alle Investoren zukünftiger Projekte geht folgerichtig in die Richtung, Bürgerbeteiligung möglichst früh mit in die Überlegungen und Planungen mit einzubeziehen. Denn die Energiewende wird umso erfolgreicher sein, je mehr Menschen sie nicht nur akzeptieren, sondern aktiv mitgestalten können. Ein signifikanter Vorteil von akzeptierter Energiewende vor Ort ist schlussendlich die Tatsache, dass durch die Wertschöpfung vor Ort - bedingt durch ein größeres nutzbares Potential an Erneuerbaren Energien - auch unsere kommunale Finanzlage positiv beeinflusst wird. Das kommt dann allen Oelderinnen und Oeldern zugute.
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