BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Oelde

Burger Antrag der CDU-Fraktion völlig aus der Zeit gefallen

10.09.26 –

Der Antrag der CDU-Fraktion zur Ansiedlung einer McDonald´s Filiale in Oelde, ist ein gutes Beispiel für rückwärtsgewandte Standortpolitik. Unter dem Vorwand der Wirtschaftsförderung soll die Stadt Oelde ihre Kräfte dafür einsetzen, einem internationalen Fast-Food-Konzern den Weg zu ebnen. Das ist weder innovativ noch verantwortungsvoll — es ist schlicht ein politisches Armutszeugnis.

Wer in Zeiten der Klimakrise ernsthaft dafür wirbt, wertvolle städtische Flächen und Verwaltungskapazitäten für eine McDonald’s-Filiale bereitzustellen, zeigt ein gefährlich veraltetes Verständnis von Wirtschaftspolitik. Statt nachhaltige regionale Wertschöpfung zu fördern, soll die Kommune sich zum Türöffner für ein Geschäftsmodell machen, das auf Massentierhaltung, Verpackungsmüll, Ressourcenverschwendung und globalen Lieferketten beruht. Das kann man nicht ernsthaft als Zukunftspolitik verkaufen.

Auch die Behauptung, hier würden Arbeitsplätze geschaffen, ist nur die halbe Wahrheit. Es geht überwiegend um schlecht bezahlte, austauschbare und wenig zukunftssichere Jobs. Eine Kommune sollte ihre politischen Prioritäten nicht auf solche Modelle ausrichten, sondern auf Betriebe, die gute Arbeit, Ausbildung, Tarifbindung und echte Perspektiven bieten. Hinzu kommt: Mit einer neuen McDonald’s-Filiale würden wir in Oelde vor allem Doppelstrukturen und Konkurrenz zu bereits bestehenden Angeboten schaffen. Mit einer Tankstelle, einem Brauereigasthof inklusive Grill-Imbiss und einer weiteren Fast-Food-Kette gibt es bereits ein ausreichendes gastronomisches Angebot vor Ort. McDonald’s wäre deshalb alles andere als eine Bereicherung oder eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Auch das Argument zusätzlicher Gewerbesteuereinnahmen überzeugt nicht. Im Gegenteil: Wenn bestehende Gastronomiebetriebe durch zusätzliche Konkurrenz geschwächt werden, ist keineswegs garantiert, dass am Ende mehr Gewerbesteuer in Oelde bleibt. Eine solche Ansiedlung wäre daher auch kein Bekenntnis zu unserer bestehenden, etablierten Wirtschaft am Standort.

Besonders bedenklich ist, dass die CDU offenbar bereit ist, städtische Grundstücke und planerische Unterstützung aktiv für einen Konzern einzusetzen, der weder für regionale Identität noch für nachhaltige Entwicklung steht. Während lokale Betriebe kämpfen, Flächen knapp sind und Klimaschutz immer dringlicher wird, soll ausgerechnet ein Fast-Food-Konzern bevorzugt behandelt werden. Das ist politisch kurzsichtig und inhaltlich schwach. Wer den Wirtschaftsstandort Oelde stärken will, muss in die Zukunft investieren: in lokale Unternehmen, klimafreundliche Gewerbeansiedlung, attraktive Innenstädte, gesunde Ernährung und echte regionale Wertschöpfung. Eine McDonald’s-Filiale gehört nicht dazu.

Nicht jede Ansiedlung ist ein Fortschritt. Manchmal ist sie einfach nur ein Rückschritt mit Drive-in.

GRUENE.DE News

Neues